Software-Einsatz in der Lehre

Wer heute eine Ausbildung oder ein Studium innerhalb der Bekleidungsindustrie absolviert, für den ist das digitale Arbeiten selbstverständlich. Zahlreiche Schulen und Hochschulen setzen Software von Assyst in der Lehre oder der Forschung ein. Bettina Peichl, Pre-Sales Consultant bei Assyst, stellt unsere Lösungen immer wieder auch dem Branchennachwuchs vor. Gerade war sie an der Akademie Mode & Design (AMD) in Düsseldorf zu Gast. Wir haben mit ihr und Stephanie Herwig von der AMD darüber gesprochen.

Frau Herwig, danke für die Einladung an die AMD! Was lernen die Studierenden in Ihrer Vorlesung?

SH: In meiner Vorlesung „IT-Anwendungen“ erhalten die Studierenden einen Überblick, wie betriebliche Prozesse durch IT-Systeme unterstützt werden können. Anhand eines fiktiven Geschäftsmodells aus dem Bereich Fashion werden gemeinsam mit den Studierenden die Geschäftsprozesse modelliert. Dabei lernen sie, welche Prozesse es in einem Unternehmen gibt und wie diese mit welchen IT-Systemen unterstützt werden können. Wir sprechen dabei über Design-Systeme, wie z.B. Adobe Illustrator, 2D-Systeme für den Schnitt, 3D-Systeme für die virtuelle Produktentwicklung sowie ERP-, SCM- und Visual Merchandising-Lösungen.

Warum halten Sie es für sinnvoll, Software-Vorstellungen in Ihre Lehre zu integrieren?

SH: An einer Hochschule ist in der Regel keine durchgängige IT-Infrastruktur vorhanden, die alle Geschäftsprozesse eines Unternehmens abbildet.  Teilweise sind einzelne IT-Lösungen an der Hochschule verfügbar, z. B. ein 2D-System, an dem die Studierenden aktiv während des Studiums arbeiten. Von daher ist es sehr sinnvoll, Software-Vorstellungen in die Lehrveranstaltung zu integrieren. Dort können die Studierenden live sehen, wie das jeweilige IT-System funktioniert. Außerdem können während der Software-Vorstellungen auf weitere Geschäftsmodelle bzw. Geschäftsprozesse eingegangen werden. Die Studierenden erhalten Kenntnisse, dass die Software in Abhängigkeit der Geschäftsprozesse unterschiedlich an den Kunden angepasst werden kann.

Was sind für Sie die größten Herausforderungen der Digitalisierung für die Branche?

SH: Eine der größten Herausforderung ist die sich rasant entwickelnde Technologie. Es gilt, aus einer fast unüberschaubaren Vielzahl an technologischen Möglichkeiten genau die richtige Lösung für sein Unternehmen zu finden. In vielen Unternehmen sind die notwendigen Kenntnisse nicht bzw. nicht ausreichend vorhanden, um eine für das Unternehmen optimale und erfolgreiche Digitalisierungsstrategie zu definieren. Hinzu kommen spezielle Herausforderungen der Fashion-Branche, die von viele Insolvenzen betroffen ist, von Überhängen an Produkten, die am Markt vorbei entwickelt wurden. Und die Textil- und Fashionbranche gelten als sehr große Umweltverschmutzer. Die Digitalisierung muss als Chance gesehen werden, um die Effizienz der Prozesse zu steigern. Mir ist es wichtig, in der Lehre einen Überblick über die Vielzahl der Möglichkeiten zu verschaffen, damit die Studierenden wissen, welche unterschiedlichen Herausforderungen mit dem Berufseinstieg auf sie zukommen.

Bettina, mit welchen Themen gehst du in eine Demo an einer Schule oder Hochschule?

BP: Das hängt natürlich davon ab, was der Dozent, der uns einlädt, im Rahmen seiner Lehre eingeplant hat. Während wir oftmals das Thema Digitalisierung als Einstieg für Kundenpräsentationen verwenden, ist das in der Lehre oft sehr präsent und gehört generell viel stärker zum Lebensalltag der Nachwuchsgeneration. Ich werde dann eher darum gebeten, mehr „Handwerkliches“ vorzustellen, zum Beispiel Einblicke in bestimmte Arbeitsschritte zu geben.

Was zeigst du beispielsweise bei 3D-Vidya?

BP: Zum Einstieg zeige ich derzeit gerne das Video mit dem grünen Tuch und dem Torus – das transportiert gut, wie wir Materialien und Bewegungen darstellen können. Ich stelle das Avatar-Tool vor und erkläre, was unsere Avatare ausmacht, nämlich der Rückgriff auf einzigartige, repräsentative Daten. Die Vernähung eines T-Shirts und die Überprüfungsmöglichkeiten der Passform finde ich für 3D-Vidya wichtig und sehr plakativ. Und dann zeige ich ein paar Funktionen wie Mix and Match, Szenen in unterschiedlichem Licht, Hemden hängend oder zusammengelegt. Dadurch gewinnen die Schüler oder Studenten einen realistischen Eindruck, was möglich ist.

Was ist für dich der größte Unterschied zur Schulung beim Kunden, wenn du dich auf eine Demo in einer Schule oder Hochschule vorbereitest?

BP: Der größte Unterschied ist wahrscheinlich die Unvoreingenommenheit der Schüler oder Studenten – sie sind wissbegierig und wollen wissen, welche Möglichkeiten es gibt. Menschen, die schon lange in der Branche arbeiten, haben hingegen sehr konkrete Vorstellungen davon, was eine Software für sie tun soll. Sie erwarten eher Lösungen für eine bestimmte Aufgabenstellung, während der Nachwuchs kreativ überlegt, was er mit der Software tun kann. Ich finde beides sehr spannend und nehme aus diesen unterschiedlichen Perspektiven immer viel mit.

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